
Das H:Q-Verhältnis sichtbar gemacht
Wie stark ist die Beinrueckseite im Vergleich zur Vorderseite? Dieses Verhältnis entscheidet mit darueber, ob ein Knie belastbar ist — in der Reha genauso wie in der Praevention.
Der Oberschenkel arbeitet als Gegenspieler-Paar. Der Quadrizeps streckt das Knie und erzeugt beim Landen und Abbremsen einen nach vorne gerichteten Zug am Schienbeinkopf. Die ischiokrurale Muskulatur beugt das Knie und bremst genau diesen Zug ab — sie entlastet damit direkt das vordere Kreuzband. Das H:Q-Verhältnis setzt beide ins Verhältnis: Hamstring-Kraft geteilt durch Quadrizeps-Kraft. Ist die Rueckseite relativ zu schwach, fehlt dem Knie sein wichtigster aktiver Stabilisator.
In der Literatur kursieren zwei Kennzahlen unter demselben Namen. Fuer die Einordnung eigener Messwerte ist entscheidend, welche gemeint ist — die Zielwerte liegen voellig unterschiedlich.
H : Q aus Maximalkraft
Beide Muskelgruppen werden unter derselben Bedingung gemessen und ins Verhältnis gesetzt. Das ist der Wert, den unser HHD-Screening liefert: gut reproduzierbar, verlaufsfaehig, seitenvergleichbar.
Hexz : Qkonz
Exzentrische Hamstring-Kraft gegen konzentrische Quadrizeps-Kraft — biomechanisch naeher an der realen Landebelastung. Erfordert ein isokinetisches Dynamometer. Isometrische HHD-Messung kann diesen Wert nicht ersetzen; die Korridore der beiden Kennzahlen sind nicht ineinander umrechenbar.
Wir erfassen die isometrische Maximalkraft mit dem Hand-Held-Dynamometer in Newton: Knieextension fuer den Quadrizeps, Knieflexion fuer die Hamstrings. Reproduzierbarkeit entscheidet ueber die Aussagekraft — deshalb ist das Protokoll wichtiger als der Einzelwert.
Isometrische Kraft ist stark winkelabhaengig. Der einmal gewaehlte Testwinkel gilt fuer alle Messungen und alle Verlaufskontrollen — sonst vergleicht man Aepfel mit Birnen.
Gurt- oder Widerlagerfixierung verwenden, damit nicht der Untersucher zum limitierenden Faktor wird. Testmodus (Make- oder Break-Test) festlegen und konsequent beibehalten.
Je Muskelgruppe drei Maximalkontraktionen mit Pause. Vorab festlegen, ob Bestwert oder Mittelwert verwendet wird — und dabei bleiben.
H-Wert geteilt durch Q-Wert, seitengetrennt. Zusaetzlich Seitenvergleich (LSI) dokumentieren. Normierung auf Koerpergewicht (N/kg) macht Werte zwischen Athleten vergleichbar.
Berechne deine H:Q Ratio. Gib die Kraft-Messwerte ein — bei unserem HHD-Screening in Newton (N). Isokinetische Drehmomentwerte in Nm funktionieren ebenso, solange beide Felder dieselbe Einheit verwenden.
Beide Werte in derselben Einheit — N mit N, Nm mit Nm.
Return to Sport
Nach Kreuzbandverletzung ist die Rueckseite relativ zum Quadrizeps haeufig unterentwickelt. Das H:Q-Verhältnis gehoert zu den Freigabe-Kriterien: Erst wenn die Hamstrings den Quadrizeps-Zug wieder abbremsen koennen, gilt das Knie als aktiv stabilisiert — neben Kraftsymmetrie, Hop-Tests und Bewegungsqualitaet.
Termin zur RTS-Bewertung anfragenAthletecare-Screening
Bei uns laeuft das H:Q-Verhältnis nicht erst nach einer Operation, sondern als fester Bestandteil des Praeventions-Screenings — um ein unguenstiges Kraefteverhaeltnis zu erkennen, bevor daraus eine Verletzung wird, und gezielt gegenzusteuern.
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